Top 5 Netflix-Serien für Kleinkinder

Ihr habt einen Netflix Account und sucht Serien für 2-4 jährige? Dann seid ihr hier richtig.

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Unser Kleinkind guckt manchmal gerne Serien. Manchmal sehr gern. Und manchmal gar nicht.

Mir ist es wichtig, dass die Serien keine sexistische Kackscheiße zementieren (tschüss Lauras Stern & diverse andere), keine Erwachsenen mit echt üblen Pädagogikansichten haben (tschüss Leo Lausemaus) und nicht alle (sprechenden) Figuren weiß sind (tschüss überwältigende Mehrheit der Serien).

Da bleibt nicht mehr soviel übrig.

Hier sind unsere Top 5  der Serien für 2-4 Jährige, die nicht nur dem Kind sondern auch uns (bedingt) gefallen.

5. Timmy das Schäfchen

Länge je Folge: 10 Minuten, auf Netflix sind immer 2 Folgen direkt nacheinander

Offizielle Website: Timmy Time

„Ach in einer Serie in der nur Tiere mitspielen, kann die rosahellblau-Falle ja nicht so schlimm sein!“ denken sich viele Eltern. Falsch gedacht. Gerade Tiere werden in Serien/Filmen oder PC Spielen oft völlig sinnlos gegendert. Mit Schrecken denke ich an die Illustration einer Bekannten zurück, die einen weiblichen und einen männlichen Frosch für ein Spiel zeichnete. Ich hätte jetzt als Geschlechtsmarker ja Schallblasen beim männlichen Frosch erwartet – aber Pustekuchen! Der weibliche Frosch hatte eine Schleife am Kopf, knallrote Lippen und lange Wimpern. Der männliche Frosch sah aus wie – naja ein Frosch. Das männliche als Norm und das weibliche als „das andere“ ist in vielen Serien anzutreffen.

Nicht so bei „Timmy das Schäfchen“. Hier sind die Tiere alle einigermaßen neutral gestaltet. Leider gibt es generell nur wenig weibliche Charaktere und die sind dann auch noch recht stereotyp im Verhalten:

Henriette (Reiher) ist Kindergärtnerin, Jule (Ente) ist schnell eingeschnappt, Kati (Katze) wird nicht nicht schmutzig, Ida (Igel), ist schüchtern. Timmy wird selbstverständlich von seiner Mutter in den Kindergarten gebracht.

Da aber nicht geredet wird, sondern es nur Tiergeräusche gibt, ist wenigstens nicht allzuviel Raum diese Stereotypen auch noch sprachlich zu bedienen. Das Kind mag die niedlichen Figuren und ich kann mit der Serie leben.

4. Zoés Zauberschrank

Länge je Folge: 10 Minuten, auf Netflix sind immer 2 Folgen direkt nacheinander.

Chloe’s Closet auf der Seite von Mike Young Productions

Ich gebe zu als ich das Vorschaubild mit dem kleinen weißen blonden Mädchen in rosa Glitzerumgebung sah, war ich nicht begeistert, als Schnurpsel sagte: „Daa gucken!“. Aber ich habe es ausprobiert und wurde positiv überrascht: Zoé darf (fast) alles sein, so zum Beispiel auch Pilotin, Polizistin und Feuerwehrfrau. Für einen ihrer Freunde (ich hab vergessen obs Hamid oder Finn war), trifft das allerdings leider nicht zu. Als Zoé Prinzessin wird ist er entsetzt und wird natürlich! keine Prinzessin, sondern Zauberer. Joar. Also Prinz hätte ich ja noch verstanden, aber Zauberer?
Auch ansonsten gibt’s einige Stellen die Kritik vertragen, es wird rein optisch durchaus stark zwischen Junge/Mädchen unterschieden und Folgen wie „Kleiner Indianerjunge“ überspringe ich lieber. Trotzdem gehört die Serie zu den meiner Meinung nach eher kleinen Übeln.

3. Mascha & der Bär (Amazon Prime) / Maschas Märchen (Netflix)

Länge einer Folge: 7 Minuten

Deutsche Website von Mascha

Okay, sorry, Mascha ist nur auf Amazon Prime verfügbar. Auf Netflix gibt’s Maschas Märchen die – der Märchen-Thematik geschuldet – nicht ganz so cool ist wie Mascha. Aber ich finde Mascha saulustig und deshalb ist sie in der Liste gelandet. Das Kleinkind liebt Mascha auch.

Mascha ist ein kleines blondes Mädchen in traditionell russischer (Serie kommt auch aus Russland) knallpinker Kleidung. Da Mascha die einzige menschliche Figur ist, gibt es über andere Menschen nicht viel zu sagen. Mascha ist ein freches, fröhliches Kind.

Viel interessanter finde ich die Darstellung von Mischa, dem Bären. Der ist nämlich alles andere als stereotyp männlich. Er kocht gerne, er kann nähen, er gärtnert und umsorgt vor allem Mascha sehr liebevoll (nach ersten Kennenlern-Schwierigkeiten). er ist ein Elternersatz für Mascha, in einer Folge auch für einen kleinen Pinguin, den er liebevoll als Ziehkind aufnimmt.

Es gibt einen stereotyp männlichen Gegenpart: einen Kragenbären der mit Mischa um die Aufmerksamkeit einer Bärendame buhlt. Diesen Nebenschauplatz würde ich mir gern wegwünschen, da wird das alte „Frauen stehen auf Arschlöcher“ Klischee bedient und generell finde ich die Darstellung von Romanzen in Serien für kleine Kinder überflüssig.

Aber ansonsten ist Mascha eine Serie die ich mein Kleinkind ganz gern gucken lasse.

2. My little Pony – Freundschaft ist Magie

Länge je Folge: 22 Minuten

MLP Website

Es gibt vieles, was für My little Pony spricht – aber auch einiges dagegen. Da der Mann allerdings ein riesiger Fan von MLP ist und sowieso MLP Merchandise allgegenwärtig kam das Kleinkind auch nicht drumrum, MLP kennen zu lernen.

Die Serie ist eigentlich ab 6 und es gibt auch einige Szenen die empfindsamere Kinder erschrecken/ängstigen können. Deshalb keine generelle Empfehlung für Kleinkinder, wie ängstlich eure Kleinkinder sind, wisst ihr selbst am besten.

Nun aber zum Positiven: MLP ist fast ausschließlich mit weiblichen (Haupt-)Rollen besetzt und wurde von einer Frau – Lauren Faust – geschrieben. Die Hauptrolle spielt das Pony Twilight Sparkle, welche von Equestrias Regentin Celestia in das kleine Dorf Ponyville geschickt wird um die Magie der Freundschaft zu erforschen. Sie wird begleitet vom Babydrachen Spike – die einzig männliche Hauptrolle. Ihre Freundinnen sind Rainbowdash, Applejack (mein Lieblingspony), Fluttershy (des Sartographen Lieblingspony), Pinky Pie (des Kleinkinds Lieblingspony) und Rarity. Die Gruppe erlebt zusammen Abenteuer, trotzt Gefahren und organisiert das Dorfleben in Ponyville. Jedes Pony hat seine eigenen Wünsche und Vorlieben:

Twilight Sparkle: liest und forscht gern, ist selbstreflektiert und neugierig
Rainbowdash: Fliegt gern, ist sehr wettbewerbsorientiert und selbstbewusst
Applejack: leitet das Familienunternehmen (eine Apfelfarm), ist besonnen und kann prima planen
Fluttershy: liebt Tiere, ist fürsorglich und schüchtern
Pinky Pie: hat eine Leidenschaft für Cupcakes & Parties, ist furchtlos und frech
Rarity: ist Modedesignerin, großmütig und sehr kreativ.

Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt und Akzeptanz.

Aber die Kehrseite der Medaille lässt nicht lange auf sich warten: So kommt zum Beispiel ein Zebra vor das geandert und exotisiert wird. Die Ponys von Ponyville sind eine relativ homogene Gruppe und auch wenn es Unterschiede (es gibt „normale“ Erdponys, magisch begabte Einhorn-Ponys & geflügelte Pegasus-Ponys) gibt, sind sie sich doch mehr ähnlich als verschieden. Das Zebra ist „fremd“, vollführt Vodoo-artige Magie, lebt allein und abgeschieden in einer Höhle statt einem Haus.
Spike der Drache ist natürlich verliebt in Rarity die vor allem Schönheit verkörpert. Warum muss sich ein Babydrache überhaupt verlieben?

Der Film „Equestria Girls“ ist meiner Meinung nach nicht empfehlenswert.

1. DocMcStuffins

Länge je Folge: 11 Minuten, auf Netflix werden immer 2 Folgen zusammengefasst

Doc McStuffins auf der Disney Junior Seite

Dottie „Doc“ ist saucool. Doc lebt mit ihrer Mutter (Ärztin), ihrem Vater (scheinbar ein „Stay at Home Dad“) und ihrem kleinen Bruder Donnie in einem Haus. Dort betreibt sie ein Krankenhaus für Kuscheltiere im heimischen Garten.

Die Kuscheltiere erwachen zum Leben sobald Doc ihr Stethoskop umlegt. Doc besitzt viele Kuscheltiere und Spielzeuge und sollte von denen mal keines „krank“ sein, so hat ihr Bruder ebenfalls welche oder Freund*innen bringen ihre Lieblinge vorbei.

Meine persönliche Lieblingsfigur ist Chilly der Schneemann, der dauernd vergisst, dass er ein Kuscheltier ist und z.B. nicht schmelzen kann. Oder dass er keine Kniegelenke hat.

Es gibt viel nützliches Wissen für Kinder (zB, dass im Sommer viel Wasser getrunken werden sollte) und immer wieder ohrwurmtaugliche Songs.

Was mich ein bisschen stört ist die Unmenge an rosa Glitzer die sich in Docs Zimmer und Kleidung findet. Die vielen positiven Aspekte gleichen das aber meiner Meinung nach durchaus aus.

Aber ist es überhaupt sinnvoll, (Klein-)Kinder Serien gucken zu lassen?

Dazu hat zum Beispiel Nina die ihre Diplomarbeit zu dem Thema schrieb bei tollabea gebloggt.

Die unangespiesste schreibt über die die Aufzucht einen Digital Native.

Wie handhabt ihr das? Welche Serien mögt ihr & warum? Habt ihr vielleicht sogar selbst zu dem Thema gebloggt? Dann gerne in die Kommentare damit!

 

Anmerkung: Netflix bezahlt mich leider nicht und das ist keine Werbung ;)

Autor: Zesyra

Writes about Community Management, Gender, Gaming, Cats, Babies and Stuff.

9 Kommentare zu „Top 5 Netflix-Serien für Kleinkinder“

  1. Wunderbar! Mit diesem Thema wollte ich mich gerade befassen und werde intuitiv zu dir geführt – perfekt und Glück gehabt. Ich gucke die Tage in alle rein, die ich nicht kenne. Bis jetzt gucken wir nur Masha.
    Liebe Grüße Leen

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  2. Von den hier vorgestellten Serien gefällt mir Doc McStuffins für dieses Alter am besten. Ich finde auch Netflix immer noch besser, als Fernsehen: Man ist nicht an Zeiten gebunden, es gibt keine Werbung. Man kann auch einfach Pause machen und dort weiterschauen, wo man aufgehört hat. Mir fällt für das Alter von 2-4 noch eine relativ neue interaktive Serie mit Tierbabys ein: Wort-Party vom Henson-Studio (Muppets und Co.). Sie ist animiert, aber mit einer Technik, mit der die Macher die Charaktere wie Puppen bewegen. Die Lieder gehen gleich ins Ohr und es geht immer um Vokabeln und Begriff-Erklärungen einer Wort-Gruppe (z.b. Garte, Samen, Pflanzen, Baum). Ich denke es ist recht lehrreich. Und da die Zuschauer miteingebunden werden, nochmal etwas anderes als nur still vorm Fernseher zu sitzen und etwas auf sich einrieseln zu lassen. Wenn man sich für diese Konzept öffnet, macht es wirklich Spass (ähnlich funktioniert auch Mickey-Maus-Wunderhaus, wobei ich Wortparty da sogar noch ein bisschen schlichter finde).

    Liebe Grüße,
    Ella

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  3. Wir haben uns noch gar nicht so sehr durch das (finnische) Netflix Kinderprogramm geschaut. Es ist auch etwas anders als die deutsche Version. Aber Shawn das Schaf gucken wir, bei dem gibt es auch ein Babyschaf, das Timmy ähnlich sieht. ;)
    Und sonst noch Willi Wiberg, die Serie kannte ich (wie das Schaf) schon vorher und wir mussten nicht groß vorgucken. ;) Aber jetzt bin ich motiviert mal zu schauen, was unser Netflix noch so bietet.

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  4. Unser Dauerbrenner ist tatsächlich Timmy das Schäfchen. Tochterkind ist mittlerweile viereinhalb und darf seit einem halben Jahr mal in die Glotze gucken.
    Den ersten Film gab es vor ein paar Wochen (mit Pause mittendrin versteht sich). „Mein Nachbar Totoro“ mit zwei ganz mutigen und starken Mädchen <3

    Gefällt 1 Person

  5. Danke für den Beitrag!
    Da wir Serien für Kleinkinder nicht grundsätzlich verteufeln bin ich immer froh über Inspiration.
    Allerdings kenne ich hier nur Mascha (aus TV, wir haben nur Netflix) und MLP. Und was soll ich sagen? Ich persönlich finde, dass MLP eine viel zu bunte, schrille Angelegenheit ist. Allerdings ist Helena erst 2, da reicht sowas wie ‚Trotro‘ oder ‚Tom und das Marmeladenbrot mit Honig‘ (das finde ich total gut) völlig. Wenig bis keine optische Überreizung, Helena kann alles erfassen und verstehen und wird nicht so zugeknallt mit Farben und Geschichte.
    Aber, wie gesagt, sie ist auch erst zwei. Wenn sie schon ab und an Serien guckt, dann wenigstens etwas, was sie versteht.

    Die anderen empfohlenen Serien werd ich mir mal genauer ansehen :-)

    Liebe Grüße,
    Tamara
    (ErdbeerLila)

    Gefällt 1 Person

    1. MLP ist bunt und schrill, das stimmt. Wie gesagt, der Mann ist großer Fan, darum hat das hier Einzug gehalten.
      Trotro fand ich unerträglich. Und Tom auch :D Als Elter muss eins den Krams ja oft mitgucken.
      Unser Kleinkind ist jetzt 33 Monate alt :)

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