Warum ich gegen Abtreibung bin…

Bitte nehmt euch die Zeit den ganzen Artikel zu lesen.
Ich bin mir bewusst, dass das ein streitbares und emotionsgeladenes Thema ist.
Abtreibungen sind durch das aktuelle Zeitgeschehen ein bedauerlicherweise schon wieder aktuelles Thema.

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…aber für das Recht abzutreiben

Ich bin, so ganz grundsätzlich, überhaupt nicht begeistert von Abtreibungen.

Wer Sex haben will, bei dem ein potentiell fruchterzeugender Penis in unmittelbare Nähe einer Vagina mit ebenso potentiell fruchtempfangendem Uterus kommt, di*er sollte sich meines Erachtens im Klaren darüber sein, dass auch 99,99% Schutz immer noch heißt, dass in 0,01% der Fälle eben doch etwas passiert. Und das was da passiert kann auch eine Schwangerschaft sein. Wer das nicht akzeptieren kann, der ist meiner Meinung nach eben auch nicht bereit für diese Art von Geschlechtsverkehr.

Es ist ja nun nicht so als ob es nicht genügend andere Sexualpraktiken gäbe die zu ebenso großer Befriedigung und sexueller Erfüllung führen könnten. Wer als Mensch mit Vulvina und Uterus unbedingt die vaginale Penetration braucht, aber garantiert kein Kind möchte, der möge sich doch bitte mit einem Dildo, Vibrator, Gurke, Möhre, Finger, Zunge,… was immer gefällt begnügen. Übrigens: gleichgenitaler Sex ist 100% babysicher (und macht eine ganze Menge Spaß).

Was ich wirklich nicht mehr hören kann, ist das Argument der Selbstbestimmung im Kontext mit Abtreibung. Die Selbstbestimmung fängt für meine Begriffe bereits lange vor der Empfängnis an. Nämlich in dem Moment, in dem Penis mit Sperma auf Vulvina mit Uterus trifft (eigentlich noch davor). Kein Bock auf Kinder? Woanders ejakulieren. Anders kopulieren. Ich halte diese Grundannahme zu „richtigem“ Sex würde vaginale Penetration (mit Penis) dazu gehören, sowieso für eine zutiefst heteronormative Annahme, die vor allem aus patriarchalem Machtgehabe entspringt. Macht euch davon frei.

Es gibt Fälle, in denen ich eine Abtreibung nachvollziehen kann. Nicht gutheißen. Aber nachvollziehen. Kommt das Kind z.B. auf Grundlage einer Vergewaltigung zustande, kann ich verstehen, wenn die Entscheidung gegen das Kind fällt. In dem Fall war da keine Wahl. Eine vergewaltigte Person konnte sich nicht gegen diese Form von Spermakontakt entscheiden.

Ich habe inzwischen von vielen Menschen gelesen, warum sie sich für eine Abtreibung entschieden haben. Nachvollziehen konnte ich das in fast allen Fällen nicht. Kein Geld, schwierige Situation, passt gerade nicht,…sind für mich keine guten Argumente für eine Abtreibung

Für mich beginnt Leben, schützenswertes Leben in dem Moment in dem die Schwangerschaft beginnt. Das ist durch meinen Glauben bedingt, aber vor allem durch meine persönliche Erfahrung mit Schwangerschaften und (Fehl-)Geburten.

Nun kommt das große, das riesige ABER.

Aber: das ist meine Meinung. Andere Menschen sehen das anders und das ist okay.

Ich muss zu Menschen, die Abtreibung befürworten keinen Kontakt halten, ich muss sie nicht in meinen Freundeskreis lassen. Sollte eine*r meine*r Freund*innen sich jemals für eine Abtreibung entscheiden, wird für mich sicher auch eine Entscheidung fällig. Nämlich ob ich zu ihr*m stehe oder zu meinen Prinzipien. Vermutlich würde ich, wie bei so vielen Dingen irgendwo dazwischen stehen. Mensch muss ja nicht jede Entscheidung seiner*ihrer Freund*innen mögen. Ich fühle mich im Spannungsfeld meiner Widersprüche ganz wohl.

Und ich bin ganz eindeutig für das Recht eines jeden Menschen ein eigenes Urteil zu finden und zu fällen. Ich bin dagegen, Abtreibungen unter Strafe zu stellen. Das führt höchstens zu vielen unsauberen Eingriffen, schlimmstenfalls zu toten Eltern und Neugeborenen.

Eine Grenze habe ich aber auch da. Würde um das Leben des Babys gekämpft, wenn es zu früh auf die Welt käme, dann ist es in meinen Augen zu spät für eine Abtreibung. Sieht die Gesetzesgebung allerdings anders. Der ‚medizinisch induzierte Spätabort‘ ist aber ein ganz eigenes Thema, auf das ich hier nicht eingehen möchte. Da bin ich (momentan?) zu emotional für eine rationale Erläuterung meiner Gedanken.

  • Es ist wichtig, dass jede*r Mensch eine gut informierte Entscheidung treffen kann.
  • Es ist wichtig, dass nicht von allen Seiten der Gesellschaft dazu geraten wird, das Kind (nicht) zu bekommen, sondern beraten wird im Sinne einer gesundheitlichen Aufklärung wie sie vor medizinischen Eingriffen oder Medikamentengaben angebracht ist (Menschen die, wie ich, persönliche Vorbehalte gegen Abtreibungen haben sind dafür also nicht qualifiziert wenn sie nicht ausnehmend gut differenzieren können)
  • Es ist wichtig, dass eine solche Entscheidung keine Frage des Geldes ist (das heißt zum Beispiel, dass Verhütung auch keine Frage des Geldes sein darf).
  • Es ist wichtig, dass schon an den Schulen und schon vor der durchschnittlichen Zeugungsfähigkeit ein umfassender Sexualkundeunterricht durchgeführt wird.
  • Es ist ebenso wichtig, dass niemand glaubt sich das Recht herausnehmen zu können, für den austragenden Menschen zu entscheiden. Egal ob dafür oder dagegen.

So lange Schwangerschaft an einen Uterus gekoppelt ist und an einen Körper in dem sich eben dieser befindet, so lange muss das Entscheidungsrecht ausschließlich bei der Person liegen, der eben dieser Körper gehört. Denn der Körper (und oft auch die Psyche) verändern sich unter Schwangerschaft und Geburt – teilweise immens. Wer ein Kind austrägt wird es eventuell auch hinterher stillen, wird möglicherweise eine Zeitlang nicht erwerbstätig sein, finanzielle Verluste (langfristig sowie kurzfristig) erleiden (zumindest im deutschen System) und ein Leben lang Elter sein. Deshalb muss das Recht abzutreiben bei der schwangeren Person liegen. Und für dieses Recht würde ich jederzeit auf die Straße gehen.

Wie steht ihr zum Thema Abtreibung? Hat sich eure Meinung im Laufe der Zeit gewandelt? Erzählt doch mal!

Autor: Zesyra

Writes about Community Management, Gender, Gaming, Cats, Babies and Stuff.

10 Kommentare zu „Warum ich gegen Abtreibung bin…“

  1. Das war ein sehr guter Text, an dem mich die kleinen emotionalen Einlagen kaum gestört haben 😉 und es ist ja auch ein emotionales, weil persönliches Thema, bei dem man sehr schnell in eine Rechtfertigung hineinfällt. Danke für das Teilen deiner gut sortierten Gedanken

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  2. Ein sehr guter Artikel. Ich bin auch gegen Abtreibung aber für das Recht, dass Frauen selbst entscheiden dürfen. Aber ich würde wahrscheinlich nicht für dieses Recht auf die Straße gehen.

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  3. Hallo Zesyra,
    ich bin zufällig hier auf deinem Blog gelandet.
    Da mich dieses Thema auf sehr unterschiedliche Weise schon mehrmals in meinem Leben beschäftigt hat, hab ich angefangen zu lesen…

    In einem Punkt sind wir uns denke ich alle einig: Es ist absolut kein leichtes Thema!
    Die Gründe, warum Frauen über Abtreibungen nachdenken sind oft vielseitig und vielschichtig. Da geht es oft um deutlich mehr, als nur darum, ob (richtig?!) verhütet wurde oder ob es eine Vergewaltigung war…
    In die Überlegungen, ob eine Schwangerschaft ausgetragen werden möchte, soll oder kann spielen ja unter Umständen viele weitere Punkte mit rein:
    * Alter der Schwangeren (zu jung oder zu alt)
    * Gesundheitszustand (der Schwangeren und/oder des Ungeborenen) & psychische Verfassung der Schwangeren
    * der Vater (auch hier Alter, Ausbildung,…) & Beziehungs-Status sowie bestehende familiäre Situation
    * finanzielle Absicherung für die Schwangerschaft und auch die Zeit (= 18 Jahre oder mehr!) danach / abgeschlossene Ausbildung?
    * …
    * …
    um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

    „Ich bin gegen Abtreibung aber für das Recht abzutreiben!“ – Diesen Satz sollten ALLE Menschen respektieren und akzeptieren!
    Die Entscheidung, ob eine Frau ein Kind austragen möchte, ist alleine ihre Entscheidung! Denn es ist IHR Leben, das sich komplett ändert – auch wenn ein fester Partner vorhanden ist! Er trägt das Kind nicht aus, er bringt es nicht zur Welt!
    Umfangreiche Beratung vor dem Treffen einer solchen Entscheidung ist wichtig!
    Psychologische Behandlung für die Zeit nach einer Abtreibung aber oft ebenso! Denn nicht jede Frau verkraftet ein solches Erlebnis ohne Probeme (unabhängig von den Gründen!).

    Nicht ganz zustimmen möchte ich dir bei der „Wahl der alternativen Sexualpraktiken“… Ich verstehe deine Vorschläge und kann auch sagen, ja, das wären Möglichkeiten, aber es ist definitiv nicht das, was jedem zusagt.
    Klar, bei gleichgeschlechtlicher Liebe kann man nicht schwanger werden. Und ja, ich akzeptiere und toleriere, dass es homosexuelle Paare gibt – jeder sollte so lieben, wie er/sie es mag. Aber es ist nicht das, was ich für mich möchte!
    Spielsachen , Oralverkehr und alternative Penetration – das sind schöne Abwechslungen, aber für viele Paare eben keine dauerhafte Alternative für den „klassischen“ vaginalen Sex (und da meine ich sowohl Männer als auch Frauen).

    Ja, ich erwarte auch, dass ein Paar, dass zusammen sexuell aktiv sein möchte sich im Vorfeld Gedanken macht über Verhütung und natürlich immer auch über die mögliche Folge einer Schwangerschaft. Aber ich denke eben auch, dass man keine Frau zwingen sollte, ein ungewollt empfangenes Kind zu bekommen!
    Denn noch schlimmer als die Vorstellung einer Abtreibung finde ich die Vorstellung, dass ein geborenes Kind ein Leben führen muss, in dem es nicht geliebt wird und sich von seiner Familie angenommen fühlt, dass es womöglich dafür „bestraft“ wird, dass es ungewollt entstanden ist!

    So gut ich einen Großteil deines Posts finde – so schade finde ich, dass du dich eventuell von einer Frau aus deinem Freundeskreis abwenden würdest, wenn du von einer Abtreibung wüsstest. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
    … !?!

    Zum Abschluss noch etwas zu mir (damit einiges, was ich geschrieben habe den nötigen Kontext hat):
    Bin Jahrgang 1976 (also nur noch hellgrün hinter den Ohren), lebe mit meinen 4 Kindern und meinem Mann zusammen. in einer Patchwork-Familie: zwei nicht bei uns lebende, bereits volljährige Kinder meines Mannes / mein Mann (Jahrgang 1966) / mein Sohn (14 J. – anderer Vater) & unsere drei gemeinsamen Kinder 8,5 J., 7 J., 0,5 J.
    Ich hatte 1999 eine Abtreibung. Für mich war es eine Liebes-Beziehung, dann wurde ich ungeplant schwanger… Und plötzlich war der werdende Vater wie ausgewechselt! Er drohte mir. Viele Faktoren in meiner damaligen Lebenssituation waren (auch aus heutiger Sicht) nicht gut, ich wurde nicht besonders gut und ausreichend beraten (trotz z.B. ProFamilia), fühlte mich in einer ziemlich auswegslosen Situation & war völlig auf mich alleine gestellt – ohne finanzielle Absicherung etc. Er zwang mich zur Abtreibung und ich war psychisch nicht stak genug, um mich energisch genug zu wehren. :-(
    Im Rückblick bin ich mit dem, was damals passierte, nicht glücklich. Aber ich musste meinen inneren Frieden damit schließen – denn auch dieses Stück Geschichte ist immer noch ein Teil von mir!

    Unser jüngstes Kind ist erst 0,5 Jahre alt – ich liebe diesen mini-Zwerg! Er ist mein Sonnenschein! Und das, obwohl ich vor einem Jahr, als ich erfuhr, dass ich schwanger bin alles andere als glücklich war! Ungeplant – ungewollt. Trotz funktionierender, glücklicher Beziehung! Wir hatten mit dem Thema eigentlich schon abgeschlossen – aus verschiedensten Gründen. 3 Kinder im Haus genügen, wir werden als Eltern auch nicht jünger, …
    Hätte ich ungeschützten Verkehr gehabt, hätte ich vermutlich die „Pille danach“ genommen. Aber so war es bei uns ja nicht. Ich hab recht spät erst erfahren, dass ich schwanger bin (hatte zwar schwächere Regelblutungen als sonst, aber ich hatte welche!) . Ich hab’s auch nicht sofort gemerkt, denn eigentlich war ja verhütet… Als wir es dann wussten, stand das Thema Abtreibung lange Zeit im Raum. Vielleicht zu lange. Oder auch nicht. (?!?) Ich habe trotz der Entscheidung gegen die Abtreibung sehr lange gebraucht, bis ich zu der Schwangerschaft stehen konnte, mich auch nur annähernd freuen konnte… und dann war sie ganz plötzlich zu Ende!
    Wir bekamen ein Frühchen.. ein recht kleines. 7 Wochen Klinik, Strapazen, Ängste & Sorgen.
    Ich liebe diesen Mini-Zwerg, wie auch meine anderen drei Kinder.
    Aber ich merke auch oft, dass ich keine 25 mehr bin…
    Ich hoffe, wir haben vergangenes Jahr die richtige Entscheidung für unser Kind getroffen. Für alle unsere Kinder. Für uns.

    Gruß, Chiara

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    1. Hallo Chiara,

      vielen Dank für die ausführliche und sehr persönliche Antwort!

      „Die Entscheidung, ob eine Frau ein Kind austragen möchte, ist alleine ihre Entscheidung! Denn es ist IHR Leben, das sich komplett ändert – auch wenn ein fester Partner vorhanden ist! Er trägt das Kind nicht aus, er bringt es nicht zur Welt!
      Umfangreiche Beratung vor dem Treffen einer solchen Entscheidung ist wichtig!
      Psychologische Behandlung für die Zeit nach einer Abtreibung aber oft ebenso! Denn nicht jede Frau verkraftet ein solches Erlebnis ohne Probeme (unabhängig von den Gründen!). “

      Da stimme ich dir voll und ganz zu! Da hat sich kein Mensch einzumischen, bei der Entscheidung. Und auch die Betreuung danach ist ein wichtiger Punkt – für alle Beteiligten, denn auch wenn die erzeugende Person kein Mitspracherecht hat (oder haben sollte), ist es auch eine diese Person betreffende Entscheidung.

      Oft gibt es auch Optionen neben der Abtreibung – Adoptionsfreigabe, Pflegschaft oder die 9 Monate nutzen um ins Lot zu bringen was gerade für ein Kind nicht stimmt. Das sind mit Sicherheit alles Optionen die im ersten Moment aufwendiger erscheinen als eine Abtreibung, aber es sind auch Optionen und sie sollten nicht vergessen werden. Ich würde gerne dem zustimmen können, was oft behauptet wird, nämlich das jede Abtreibung eine wohlüberlegte Entscheidung sei und kein Mensch sich das leicht macht – ich habe leider schon Menschen kennen gelernt, die mir das Gegenteil bewiesen haben.

      Zu der Sache mit den Freund*innen: Ich würde mich vermutlich nicht abwenden. Aber es wäre eine Entscheidung hinter der ich höchstwahrscheinlich nicht stehen kann, die ich nicht mittragen kann. Und sowas kann eine Freundschaft belasten. Ich habe allerdings einen sehr überschaubaren Freundeskreis und die Wahrscheinlichkeit ist recht gering. Ich kann auch nicht vorhersehen, wie ich in einer solchen Situation verhalten würde, sondern nur mutmaßen.

      „Spielsachen , Oralverkehr und alternative Penetration – das sind schöne Abwechslungen, aber für viele Paare eben keine dauerhafte Alternative für den „klassischen“ vaginalen Sex (und da meine ich sowohl Männer als auch Frauen).“

      Ja, leider. Viele Menschen ziehen das aber auch selten in Erwägung. Kann als Paar-Challenge sicher mal interessant sein: 1 Monat, 10mal oder was auch immer angemessen erscheint Sex ohne vaginale Penetration mit Penis. Da können die Körper nochmal ganz neu kennen gelernt werden. Und dennoch bleibt: wenn wirklich 100% keine Kinder gewünscht sind, auf gar keinen Fall – und ein solches Kind abgetrieben werden wird – ist es das dann wert? Ist vaginale Penetration es Wert den eigenen Körper, die eigne Psyche einer potentiellen Abtreibung auszusetzen? Ist es wert ein Leben zu beenden? Ich glaube die meisten Menschen denken einfach vorher nicht drüber nach, sondern stehen einfach vor vollendeten Tatsachen.

      Es freut mich, wenn du mit deiner Abtreibung Frieden schließen konntest. Das fällt definitiv in die Kategorie nachvollziehbar. Es war eine psychische Ausnahmesituation.

      Für eure Familie alles Gute! Meine Bonusmutter war bei der Geburt meines Bonusgeschwisterchens ähnlich alt wie du jetzt. Inzwischen ist mein Bonusgeschwisterchen 7,5 Jahre alt :) Anstrengend ist es auf jeden Fall, aber das sind Kinder ja irgendwie immer :) Du schreibst so liebevoll und reflektiert über euch, eure Situation und eure Familie, ich bin mir sicher mit der Herangehensweise wird auch euer jüngstes Kind gut groß <3

      Ganz liebe Grüße,
      Zesyra

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  4. Interessante Sichtweise. Ich persönlich könnte mir für mich seit dem ich Mutter geworden bin keine Abtreibung mehr vorstellen. Einfach weil, ich durch meine Erfahrungen weiß, dass ich mich sofort als Mutter fühlte und gleich eine (emotionale) Bindung zum Baby aufbaute. Aber das ist meine persönliche Entscheidung, die ich für mich in den letzten Jahren getroffen habe.

    Ansonsten bin ich pro Abtreibung, es gibt einfach nicht nur schwarz und weiß. Sondern verschiedene Situationen und Umstände, die zur (ungewollten) Schwangerschaft wie auch der Abtreibung führen. Ich bin da eher auf der Linie, die Frauen zu unterstützen ihren Weg zu gehen um eine Entscheidung treffen zu können mit der sie leben können. Also ich würde nie eine Freundin abweisen, würde sie nach ihrem Wunsch handeln. Und wie gesagt, sie bestärken auf sich zu hören. Denn diese Entscheidung wäre nicht meine, ich könnte nur helfen Sichtweisen zu geben.

    Wie du schriebst, es ist gut, dass das Recht gibt und somit Hygiene und Sicherheit gegeben sind für die Frauen.

    Und mhm, Radfahren mit Helm ist auch nicht 100% sicher oder sollte man dann lieber immer zu Fuß gehen? Auch, wenn das Radfahren (trotz Helm, haha) Spaß macht? Und obwohl man denkt durch den Helm sei man genug gesichert, weil man sich bemüht hat Risiken auszuschließen? ;)

    Und, ich finde es ein wichtiges Thema über das gesprochen und geschrieben werden muss. Fernab von hysterischer „pro life“ – Schei*e. Schön, dass du dies nicht getan hast. Der erste „semi“ Anti-Abtreibungstext, der meinen Puls im Normalbereich ließ, danke dafür. :)

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    1. Wenn mensch zu 100% ausschließen möchte bei einem Fahrradunfall zu sterben/verletzt zu werden – ja dann sollte mensch lieber zu Fuß gehen.
      Finde es interessant, dass du die erste bist die (so generell auch Twitter/Facebook) auf den Sex-Punkt eingeht, da hatte ich mit mehr Widerspruch gerechnet.

      Ich weiß ja, dass mein Standpunkt dazu nicht unbedingt der angenehmste ist. Früher, vor den Kindern, war ich da auch etwas supportender. Aber es wurde weniger mit jeder Story die ich hörte und ganz ehrlich auch mit jeder Fehlgeburt von der ich hörte (und die ich hatte).
      Es ist für mich sehr schwer zusammen zu bringen, dass auf der einen Seite die Trauer um ein ungeborenes Leben steht und auf der anderen die Ansicht „das ist noch kein Leben“ (die natürlich auch nicht alle abtreibenden Personen vertreten, ich weiß dass auch da oft Trauer dabei ist).

      Ich würde mich einfach freuen wenn möglichst viele Gründe für Abtreibung aus der Welt geschafft werden könnten – Kinderarmut z.B.
      Oder es sicherere, kostenlose, unkomplizierte Verhütung gäbe.

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      1. Achso und das wollte ich noch sagen. Genau, es müssen auch die Rahmenbedingungen geändert werden. In Amerika wird vor Abtreibungskliniken protestiert und wenn sie eine Frau abhalten konnten, dann freuen sie sich etwas Gutes getan zu haben. Nur kümmern die sich dann nicht um diese Frau, eine Frau die viel Unterstützung und Hilfe benötigen würde. :(

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  5. Ich bin ganz bei dir. Ich finde Abtreibung furchtbar und würde das nahezu sicher für mich ausschließen. Dennoch ist das Recht darauf wichtig. Für die Frauen persönlich (auch damit sie es nicht wie in den 50ern selbst versuchen), aber auch gesellschaftlich.

    Ich würde mir da jedoch etwas mehr Aufklärung wünschen. Zum Beispiel Adoption usw. Aber auch das ist eine Gratwanderung und schwer zu beurteilen.

    Danke für den schönen Text.

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    1. Gratwanderungen gibt es bei dem Thema sehr viele. Die Frage wo Beratung aufhört und Bevormundung anfängt gehört sicher zu einer der schwierigsten. Dazu würde ich gerne mal etwas lesen von eine*m Menschen di*er schon mal abgetrieben hat, bzw. es in Erwägung gezogen hat. Soweit ich weiß ist das in Deutschland momentan ’ne ziemliche Zumutung.

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