Erstens kommt es anders… – Geburtsbericht

Kind Nr. 2 liegt gerade schlafend auf mir. Genau. Kind 2. Das kam nämlich nicht nur 10 Tage vor dem Termin, sondern hat schon 12 Tage zuvor urplötzlich einfach so die Fruchtblase kaputt gemacht. Unverschämtheit!

Eigentlich wollte ich ja noch einiges erledigen.
Eine neue Babyschale für das großväterliche Auto. Zumindest ein Erstlingsset fertig nähen. Und das passende Geschwister-Outfit. Naja zumindest die Babyhose habe ich geschafft. Ich wollte auch noch einen Blogbeitrag schreiben. Die Wollüberhosen waschen. Mit dem neuen Tragetuch binden üben.

Dann hatte ich mir das so vorgestellt:
Die Wehen setzen ein und ich gebe meiner wundervollen Hebamme Jasmin (Website) und meiner lieben Freundin „Tante P.“. Bescheid, dass sie sich bereithalten sollen. Ich gehe ein bisschen in unseren Garten, genieße das Maiwetter und lasse die Wehen stärker werden bis ich dann irgendwann bitten kann, dass die zwei sich auf den Weg machen. Für danach war dann eine Hausgeburt geplant, im Beisein von K1 (so es mag, wenn nicht dann hätte P. mit K1 in den Garten, auf den Spielplatz oder einfach nur in die andere Etage gekonnt). So eine hübsche, entspannte Geburt also an dem Ort, an dem ich am liebsten bin mit den wenigen Menschen um mich herum die ich nicht anstrengend finde.

Bauchkuss

Aber Krümel hatte anderes im Sinn.
Freitag der 13. (ich bin nicht abergläubisch und mag sowohl Freitage als auch die Zahl 13) begann mit Übelkeit und ich hatte den leisen Gedanken „na wer weiß,…“ doch da sonst nix war ging es zum Geburtsvorbereitungskurs für Mehrfach-Gebärende, das große Kind verbrachte die Zeit damit die Großeltern zu beschäftigten.
Nach dem folgenden ausgiebigen Mittagsschlaf von Schnurpsel, während dem ich beschloss nicht zur Uni zu gehen, weil ich leichte Wehen hatte und dem Sartographen sagte er könne entsprechend länger bei der Arbeit bleiben, machte ich ein sehr spätes Mittagessen als ich auf einmal dachte: Scheiße! Flüssigkeit!

Nachdem ich festgestellt hatte, dass es sich weder um Blut (davor hatte ich etwas Angst) noch um Urin handelte, schrieb ich dem Sartographen, dass er sich vielleicht doch mal auf die Socken machen solle. Und sagte meiner Hebamme Bescheid. Letztere ging gefühlt viel früher davon aus, dass das Fruchtwasser war und ich wohl tatsächlich jetzt anfangen würde mit der Geburt. Sie bat mich, mich nochmal hinzulegen und eine etwas näher an mir wohnende Kollegin von ihr würde mit einem FW-Test vorbeikommen. Trotzdem ich weiterhin Flüssigkeit verlor war ich noch gar nicht auf Geburt eingestellt. Ich erwartete eher einen flüssigen Schleimpfropf-Abgang, Ausfluss oder geruchslosen Urin als Fruchtwasser (die Tatsache, dass das hier ein Geburtsbericht ist mag an dieser Stelle wohl ein wenig spoilern), trotzdem war ich nervös und hibbelig und konnte auch dann nicht schlafen als der Sartograph endlich da war.
Statt dessen ging ich im Garten spazieren, genoss die warme Maisonne und wartete auf die Hebamme.

Warten im Garten

Die kam dann auch bald und stellte sich als ebenso nett und toll heraus wie „meine“ eigentliche Hebamme. Es war dann allerdings rasch klar: das ist Fruchtwasser. Da ich einen solchen Geburtsbeginn in meinem Kopf als: „passiert eh fast nur im Film, aber da übermäßig oft“ abgespeichert hatte, wusste ich irgendwie mit der Situation nicht umzugehen. Außerdem hatte ich auch keine Wehen mehr. Aber da sowohl Jasmin als auch der Sartograph relativ gelassen blieben, versuchte ich mich darauf einzustellen, dass das Baby was ich jetzt noch in mir spürte wohl in ein paar Stunden schon in meinem Arm sein könnte.

Tante P. konnte leider nicht kommen, weil auch sie mit einem späteren Geburtsbeginn gerechnet hatte und am nächsten Tag einer 12-Stunden Schicht im OP entgegen blickte.
Beim Gute-Nacht-Stillen von K1 kam es ganz vorbildlich wieder zu leichten Wehen. Irgendwann waren sie stark genug um mich von meinem Buch abzulenken (und wer mich kennt weiß wie schwer es ist mich von einem Buch abzulenken) und ich ging nach unten wo der Sartograph fleißig dabei war die letzten Vorbereitungen für die Hausgeburt zu treffen. Malerfolie aufs Bett und so. Für die Wehen hatte ich mir eine App zugelegt (contracker), aber sie oft vergessen. Kurz vor Mitternacht waren wir bezüglich Wehenfrequenz und Dauer an einem Punkt an dem wir doch lieber mal eine Hebammen-Meinung wollten. Sie sagte sie würde in etwa einer Stunde bei uns sein (was unserer Wohndistanz geschuldet ist). Kaum war sie da, waren die Wehen weg. Der Sartograph ging schlafen und Jasmin und ich warteten auf ein Wiedereinsetzen der Wehen. Um drei beschlossen wir, dass ich das mit dem Schlafen noch einmal versuchen sollte. Sie ließ mir einen Wehen-Anstupps-Drink für den nächsten Morgen, Bauchmassageöl zum Wehen anregen, viele liebe motivierende Worte und was Homöopathisches gegen „zuviel Kopf“ da.

Nachdem der Sartograph mir eine ganze Weile vorgelesen hatte (Timm Thaler lesen wir aktuell), schlief ich tatsächlich 3,5 Stunden. Nach dem Aufwachen tigerte ich dann doch wieder ruhelos umher, erklärte dem Krümelchen:
– dass ich mich freue und es gern kommen darf
– dass es willkommen ist und sich nicht mehr festhalten muss so wie in der Schwangerschaft
– dass die Welt hier draußen tolle Sachen wie Küsse, Muttermilch und ein großes Geschwister bereit hält

Das tolle große Geschwister bemalte freudestrahlend meinen Bauch. Ich ging im Garten auf und ab. Bemalter Bauch

Es half alles nix. Die ersehnten Wehen blieben aus, auch mit Anstuppsern. Ich wurde zusehends genervter und das andauernd aus mir raus tropfende Fruchtwasser trug nicht gerade zur Steigerung meiner Stimmung bei. Nach dem Mittagessen kam Jasmin zur Motivation, denn allmählich wurde es dann doch etwas knapp mit der Zeit, auch wenn die Herztöne weiterhin gut waren und das FW klar.

Irgendwann stand fest, dass 24h nach Blasensprung ohne Wehen wohl nicht viel aus der Hausgeburt werden würde. Der Abschied fiel mir schwer. Ich mag Krankenhäuser nicht, ich meide sie so gut es eben geht. Mich stören der Geruch, das Licht, die Farben und die viel zu vielen Menschen die mir alle fremd sind und auf die einzulassen mich Kraft und Energie kostet die ich normalerweise nicht investieren möchte und unter der Geburt nicht wirklich zur Verfügung habe. Ja, ich bin introvertiert. Ich kommuniziere nun einmal am liebsten schriftlich, da lenken sowas wie Stimme, Gesten und Mimik mich nicht ab. Vermutlich würde ich Krankenhäuser lieber mögen, wenn man mit dem Personal einfach chatten könnte. Das käme auch der Sparsamkeit der Krankenhäuser sicher entgegen, wenn ein Arzt mit mehreren Patienten zeitgleich reden kann. Das ist noch so ein Punkt. Im Krankenhaus ist man recht automatisiert Patient. Ich bin aber Gebärende in der Situation. Nicht krank.

Wie dem auch sei es hilft ja manchmal alles nichts und für seine Kinder macht man so manches was man für sich nicht täte. Wir wurden von unserer Hebamme ins Krankenhaus begleitet, in der Hoffnung, dass es nach einem klinischen Stuppser dann schnell gehen würde und man vielleicht sogar die Nacht im eigenen Bett verbringen könnte. Naja.

Nachdem wir eine ganze Weile warten mussten wurde ich dann übergeben von meiner Hebamme an die diensthabende Hebamme (1 von 2) und einen Arzt. Es war recht voll und ein oder zwei Hebammen mehr hätten die Situation sicher entspannt. Aber Hebammen kann man ja mal nicht so eben aus dem Ärmel schütteln. Jasmin blieb dankenswerter Weise recht lange noch bei mir, nahm sich die Zeit dem Arzt und der Hebamme zu sagen was bei mir so wichtig ist (die beidseitige Hüftdysplasie zum Beispiel) und stellte sicher, dass ich bis auf die fehlende Nestumgebung wohlauf war <3

Ich bekam die erste Tablette und… keine Wehen. Auf der Station wartete ich darauf, dass irgendetwas passieren würde. Bis auf eine minimale Blutmenge geschah aber nichts. Zwei Stunden später hieß es also wieder CTG, wieder keine Wehen aber Herztöne super, wieder Tablette, wieder auf die Station und wieder… nichts. Kind 1 war inzwischen eingeschlafen und sicher in der Trage an Papa gekuschelt. Zwei Stunden später CTG, keine Wehen, prima Herztöne neue Tablette und die Info, dass man mir beim nächsten Mal lieber Gel geben würde, damit ich mich, falls wieder nichts kommt die Nacht ein wenig erholen kann. Nach dem Gel muss man nämlich sechs Stunden vor erneuter Gabe warten, statt nur zwei. Also eine neue Runde 2 Stunden Station, keine Wehen, CTG, keine Wehen, Herztöne toll.

Boah war ich genervt! Ich wollte kuscheln nicht auf Wehen warten, das dauernde CTG schreiben ging mir auf den Keks, vor allem wegen der Geräusche dabei, der unbequemen Liege die echt nicht dafür gemacht ist, dass hochschwangere Frauen 45 Minuten darauf liegen und der Tatsache, dass die Kreißsäale mit den tönenden Frauen und schreienden Neugeborenen direkt in Hörweite waren. Außerdem fand ich den Zugang doof, der routinemäßig gelegt wird und den ich mir noch hatte versetzen lassen, da er sich zuvor so am Handgelenk befand, dass ich weder das Handgelenk abknicken noch eine Faust machen konnte, was zum Gebären eher kontraproduktiv ist, wenn man nicht dank Schmerzmitteln tiefenentspannt auf dem Rücken liegt (was für mich einfach keine Option ist, ich mag es spüren, wenn mein Kind auf die Welt kommt. Aber ich verstehe auch die Frauen, die sich das Gefühl sparen wollen). Jetzt hatte ich ihn also auf der Hand, Faust ging immer noch nicht aber zumindest abknicken. Yay!

Nun also Gel. Im anschließenden CTG zeigte sich… nichts. Ich sollte also schlafen gehen. Zuvor bat ich noch um einen Einlauf, die Option die wir zu Hause nicht mehr probiert hatten. Die Details erspare ich euch, aber zumindest hatte ich dann auf dem Zimmer tatsächlich Wehen. Und sie wurden stärker! So stark, dass ich irgendwann mir für jede Wehe eine neue Position suchte um ihr zu begegnen. Ich fand die Wehen in dem Augenblick richtig toll. Mein relativ erschöpfter Körper (Ich hatte schließlich seit Freitagmorgen um 7 nur 3,5 Stunden geschlafen und nebenbei noch versucht endlich Wehen zu kriegen) sagte allerdings irgendwann Stopp, die Wehen wurden schwächer, aber sie klangen nicht ganz ab. Ich konnte so mittelprächtig dösen, richtig schlafen gelang mir nicht, da immer wieder Wehen kamen. Wir baten P. heute an ihrem freien Tag dann doch zu kommen. Sie sagte zu, sich nach dem Frühstück auf den Weg zu machen.

Um 8 Uhr morgens (das Gel hatte ich gegen 2 bekommen) war ich wieder am CTG und die Wehen verabschiedeten sich direkt. Wenn ich eines jetzt noch sicherer weiß als zuvor, dann, dass ich vorzugsweise meine eigene Höhle brauche. Mitohne viele Menschen.

Aber: ich sollte jetzt in den Kreißsaal kommen. Und einen Wehentropf bekommen. Der Sartograph rief Tante P. an mit der Bitte, vielleicht doch etwas schneller zu frühstücken. Langsam schlich sich die Angst vor einem Kaiserschnitt in meinen Kopf. Was wenn es wieder nichts wird? Wann werden sie anfangen ihn zu erwähnen, wann zu drängen und wann wird er tatsächlich notwendig? Ich versuchte den Gedanken zur Seite zu schieben und mich auf das jetzt Anstehende zu konzentrieren. „Mit Kind“ ist im Kreißsaal unerwünscht, also musste der Sartograph bis zum Eintreffen von P. auch erstmal wegbleiben. Ich verabschiedete mich ausführlich von Mann und Kind. Ich sprach mit der Hebamme die mich betreuen würde und erklärte ihr auch weshalb ich echt nicht gern im Krankenhaus bin. Wir waren uns einig, dass das für uns beide eine etwas doofe Situation ist. Für mich weil Krankenhaus jetzt halt die einzige Option war (von einer Alleingeburt nach abgebrochener hebammenbegleiteter Hausgeburt einmal abgesehen, die für mich eher nicht in Frage kommt [ich mag kompetente Begleitung] und in der Situation auch nicht ganz so klug gewesen wäre) und für sie, weil sie eine Frau begleiten soll, die eigentlich viel lieber woanders wäre.

Um kurz vor 10 Uhr war ich am Wehentropf und allein im Kreißsaal. Die Hebamme ließ mich in Ruhe, mein Mann war nicht da, mein Kind war nicht da. Der Kreißsaal war sehr klein, ein paar weiße Schränke und ein schmales Kreißbett auf das ich kaum drauf passte sowie ein Stuhl. Egal. Hier sollte und wollte ich mein Baby kriegen. Tatsächlich setzten dann auch Wehen ein, ich habe das Krümelchen für jede einzelne gelobt und ihm erklärt es dürfe so weitermachen und auch ruhig mehr. Bei der Untersuchung gegen 10 war der Muttermund bei 3cm und der Gebärmutterhals nur noch einen knappen halben Zentimeter. Ich gehe davon aus, dass das meiste davon schon in der Nacht passiert war, aber ich war so scheiße froh das zu hören! Die Angst vor dem Kaiserschnitt verflog mit der Ansage. Um kurz vor 11 war dann auch der Sartograph bei mir. Die Wehen wurden weiterhin fleißig stärker, die Abstände kürzer und ich freute mich weiterhin tatsächlich über jede einzelne. Ich ließ mich mit Nüssen, Trockenobst und Wasser versorgen und mir den Rücken massieren. Durch das Dauer-CTG war ich leider im Bett sehr immobil.

Um kurz vor 13 Uhr beschlossen wir, es ohne Tropf zu versuchen und… nichts mehr! Von jetzt auf gleich nichts. Also wieder ran an den Tropf. Die Wehen setzten wieder ein, deutlich stärker als zuvor. Ich schickte den Sartographen zum Wickeln des großen Kindes und mit der Bitte mir Tante P. reinzuschicken. Diese brachte ein bisschen Entspannung (sie war im Gegensatz zu uns beiden nämlich nicht seit Freitag völlig konfus, weil das neue Familienmitglied einfach nicht raus wollte) und wunderbar kalte Hände mit. Die Wehen überrollten mich allerdings immer mehr, ich kam nicht mehr wirklich hinterher. Von den angenehmen „Bald hab‘ ich ein Baby!“ Wehen ging es übergangslos zu „Es zerreißt mich!“ Wehen. Um halb zwei war der Sartograph wieder bei mir, teilte mir mit, dass das Großkind schläft und wohlauf ist. Die Wehen kamen immer schneller und noch heftiger. Um 14 Uhr hatte die Hebamme die mich um 8 begrüßt hatte Dienstende. Ich flehte sie an zu bleiben. Ich wollte mich in der Situation nicht auf einen neuen Menschen einstellen müssen. Sie blieb. (Wenn du das lesen solltest: DANKE!!!)

Auch wenn die Hebamme darüber nicht glücklich zu sein schien, hatte ich es irgendwann geschafft sie davon zu überzeugen, dass ich es unbedingt auf alle viere schaffen wollte. Mit dem Oberkörper nach unten gebeugt waren die Wehen das erste Mal seit einer Weile wieder so, dass ich mit ihnen mitkam und sie mich nicht völlig aus den Latschen hauten. Gerade als ich mir sicher war, dass ich das jetzt so aus dieser Position heraus bald schaffen könnte, bemerkte ich, dass es um mich herum etwas hektischer wurde. Es kamen andere Leute ins Zimmer. Die Hebamme kommandierte mich auf den Rücken. Die Herztöne seien schlecht. Man würde das Kind jetzt und mit Saugglocke holen. Ich wurde panisch. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet. Die Hebamme gab mir Anweisungen was wann wie zu tun war. Mir wurde gesagt, bei der nächsten Wehe solle ich Bescheid sagen und dann mitpressen so sehr ich konnte. Nach zwei Wehen kam das Krümelchen um 14.22 Uhr auf die Welt. Ein Sonntagskind.

Krümel

Krümel kam ganz kurz auf meinen Bauch, wurde direkt abgenabelt und zu den bereitstehenden Kinderärzten gebracht. Gefühlte Stunden, tatsächlich nur Minuten in denen ich verwirrt war, weil ich mein Baby kennen lernen wollte, die Plazenta gebar (mit einem kräftigen Ruck an der Nabelschnur) und versuchte irgendwie zu begreifen, dass ich gerade mein Kind bekommen hatte. Die Ärztin fragte mich ob ich verstanden hatte was passiert ist und sagte mir, dass man einen Dammschnitt gemacht hatte. Der Sartograph schien auch noch etwas hinterher zu hinken. Sie erklärte noch einmal was vorgefallen war. Ich kriegte mein Baby endlich wieder. So winzig! Miniklitzeklein!

Während ich unseren Neuzugang bestaunte, gab es Betäubungsspritzen und ich wurde genäht. Gegen Ende spürte ich das dann doch ziemlich, wollte aber nicht noch mehr Spritzen, sondern guckte Baby. Beste Ablenkung der Welt. Dem Krümel ging es übrigens bis auf die Delle am Kopf von der Saugglocke ziemlich prima.

Als wir auf die Station sollten stellte ich fest, dass mein Kreislauf noch nicht so wohlauf war, wie ich im Liegen angenommen hatte. Also wurde ich auf eine Liege gepackt und zur Station geschoben, mit dem Krümel im Arm. Mordsmäßiges Glück hatte dafür gesorgt, dass nicht nur noch ein Familienzimmer frei war, sondern auch das große Schnurpsel bei uns bleiben durfte. Für viele Kliniken gehören Geschwisterkinder nämlich leider nicht mit zur Familie.

Jetzt kam das Kennenlernen. Tante P. kam mit Schnurpsel an der Hand ins Zimmer. „Oh Baby!“ stellte Schnurpsel fest, setzte sich neben mich und aß weiter Apfel. Kein großes Staunen, nichtmal viel gucken. Das kam erst später. Der Sartograph rief derweil seine Mutter an und wünschte ihr alles Gute zum Geburtstag. Mit einem besonderen Geschenk, das so nicht geplant war.

Inzwischen sind wir zu Hause. Die Geburt war sicher nicht das, was ich mir erhofft hatte, aber trotzdem in Ordnung. Das Krankenhaus in dem ich war, war bedeutend angenehmer als das in dem ich zu Schnurpsels Geburt war. Die Kreißsaalausstattung war zwar schlechter, aber das Personal um Längen freundlicher (und anwesender) und die Wochenbettstation (auf der wir zwecks Überwachung 3 Tage blieben – zum Glück) ruhig und angenehm. Im Gegensatz zur ersten Geburt hatte ich an keiner Stelle das unschöne Gefühl, dass es hätte anders (besser) sein können. Es kam wie es kam und das ist gut und nichts womit ich hadern müsste. Meine wunderbare Hebamme ist jetzt im Wochenbett für mich da. Das Schnurpsel ist als großes Geschwisterkind einsame Spitze und bis auf gelegentlichen Brustneid ist von Eifersucht nichts zu spüren. Und ich habe ja zum Glück zwei Brüste.

Tandemstillen

Sollte sich der Bericht etwas wirr und emotional lesen, so liegt dies daran, dass ich die Situation genau so erlebt habe und sie noch nicht lange zurück liegt ;)

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Autor: Zesyra

Writes about Community Management, Gender, Gaming, Cats, Babies and Stuff.

3 Kommentare zu „Erstens kommt es anders… – Geburtsbericht“

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