Unsere Traufe – Trauung & Taufe

Am 02.05.2015 haben wir in der wunderschönen St. Johannis Kirche in Verden geheiratet und das nooborn wurde (evangelisch) getauft. Auf Grund des vorbereitenden Stresses war es hier auf dem Blog auch sehr sehr ruhig. Aber zum Thema.

Ich bin ein sehr gläubiger Mensch, der aber selten in die Kirche geht. Das liegt nicht daran, dass ich die Kirche als Institution oder als Ort nicht mag, sondern an den oft einschläfernd langweiligen Predigten. An Pastor*innen die so klingen als hätten sie Gott schon lange nicht mehr im Herzen sondern nur noch in den Worten. Ich war sogar mal für evangelische Theologie immatrikuliert, habe das Studium aber nie aufgenommen, weil ich dann doch noch einen Platz an meiner Wunschuni für Germanistik & Philosophie ergattern konnte. Manchmal, insbesondere kürzlich wieder, seit ich den Blog von „herr pfarrfrau“ entdeckt habe, frage ich mich, wie das wohl ausgegangen wäre, ich und die Theologie.

Aber bevor ich völlig abschweife zurück zum Thema. Der Sartograph ist konfessionslos, eher ein Agnostiker als ein Atheist. Er stammt wie ich aus einem gemischt konfessionellen Haushalt. Die Mutter katholisch, der Vater Atheist. Meine Mutter ist evangelisch, mein Stiefvater und meine Geschwister sind katholisch, mein Papa ebenfalls evangelisch, aber eher nicht so gläubig.

Christoph hat es akzeptiert, als ich ihm sagte: du der Wisch da beim Standesamt, das bedeutet mir nichts; das ist für mich nichts als Steuerklassenänderung. Ohne kirchlichen Segen ist die Ehe nichts für mich.

Als Trauspruch schlug ich ihm entsprechend aus Rut 1,16 vor: „Wo du hin gehst, da will ich auch hin gehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch.“ (zit. nach: http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/rut/1/). Dieser Spruch passt hervorragend zu uns, denn unsere Liebe ist geprägt von gegenseitigem Rückhalt und Verständnis, wir teilen vieles und wo wir nicht teilen da ergänzen wir uns. Auch der Pastor war super. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön, nichts von wegen einschläfernd und langweilig.

Außerdem wurde das nooborn an diesem Tag getauft. Auch das war mir wichtig und ich hätte wohl weder Kinder mit ihm, noch eine Ehe, wenn er die Taufe unserer Kinder ablehnen würde. Wir beide sind uns aber auch einig, dass die Kinder, wenn es um die Konfirmation geht, diese Entscheidung eigenständig treffen sollen und wir den Kindern nichts als ultimative Wahrheit verkaufen werden. Er wird erzählen, warum er nicht glaubt. Ich werde erzählen, warum ich glaube.

Für unser Baby schlug ich ihm vor Psalm 139, 14 zu nehmen „Ich danke dir dafür, daß ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl.“ (zit. nach http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/psalm/139/#1). Und dem Schnurpsel hat dieser Spruch offenbar gefallen, denn es hat die ganze Predigt über mit „erzählt“ und war überaus fröhlich und ausgelassen. Nach dem Segen durch den Pastor hielt es seine Hand kurz fest. Und sogar das reichlich auf seinem Kopf landende Taufwasser hat die Laune nicht getrübt.

Auch die Auswahl der Taufpaten & -zeugen passt zu unseren Familienhintergründen: katholisch, evangelisch und konfessionslos ist die Frauenbande die unser Kind auf seinem Weg begleiten werden. Ursprünglich war keine reine Frauentruppe geplant, aber der liebe Freund, welchen wir eigentlich als evangelischen Paten angedacht hatten, war gesundheitsbedingt verhindert und so sprang genau die tolle Freundin von uns ein, die uns auch bei der Geburt begleitet hat. Aber wir brauchen ja noch mehr Kinder um den Traum vom familieninternen Ranked-Team für League of Legends verwirklichen zu können und entsprechend noch den ein oder anderen Paten.

Wir haben im engsten Freundes- und Familienkreis gefeiert und es war wirklich ausgesprochen schön. Mit der St. Johannis Kirche in Verden ist meinerseits viel Familientradition verbunden und so war es den Urgroßeltern unseres Babys auch möglich zu kommen, denn die einen wohnen in Verden, die anderen in Ostfriesland. Eine Tour bis nach Berlin wäre vielleicht denkbar aber sicher anstrengend geworden. Auf der Seite des Sartographen gibt es leider keine lebenden Urgroßeltern mehr.

So hatten wir eine Feier mit nur 18 Gästen (Meine Familie: 2+2+4+3, seine Familie: 3, unsere besten Freunde: 4), unter denen glänzende Vorbilder für eine funktionierende Ehe befindlich waren – besagte Urgroßeltern, beide Paare haben bereits ihre Diamantene Hochzeit (ja, das sind 60 Jahre) gefeiert. Außerdem haben wir das Schnurpsel auf den gleichen Namen taufen lassen, den auch ein Elternteil meines Großvaters mütterlicherseits trug (den Namen hat das Kind natürlich schon seit seiner Geburt). So bleibt uns nur zu hoffen, das unsere Ehe das wird was wir uns von ihr erhoffen: nämlich eine stabile und im Gesamten gesehen glückliche Verbindung auf Lebenszeit in Liebe, Verständnis und Geborgenheit.

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Autor: Zesyra

Writes about Community Management, Gender, Gaming, Cats, Babies and Stuff.

3 Kommentare zu „Unsere Traufe – Trauung & Taufe“

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