Danke, aber ich bin nicht krank #meineGeburtmeineEntscheidung

Dieser Blogpost folgt der von Susanne auf Geborgen Wachsen (toller Blog, Abo-Empfehlung!) gemachten Aufforderung. Informationen zu dem Hashtag #meineGeburtmeineEntscheidung findet ihr auf unsere-hebammen.de

Es ist kein Geheimnis, dass wir nach unserem ersten überaus gelungenen Anlauf noch mehr Kinder in die Welt setzen wollen. Doch wie und wo ich sie gebären können werde, das ist momentan ungewiss.

Meine erste Geburt war im Krankenhaus und sie war nicht schön. Sie war sogar ziemlich scheiße aber das will ich hier nicht thematisieren. Eines war mir klar: ich will das nächste Kind auf jeden Fall in einem Geburtshaus bekommen. Wenn wir bis dahin Eigentum haben, dann vielleicht auch zu Hause. Aber auf keinen Fall will ich es im Krankenhaus bekommen, es sei denn es sprechen eindeutige medizinische Gründe dafür, was ich aber für unwahrscheinlich halte. Wenn es denn sein muss möchte ich ein Krankenhaus mit möglichst wenigen Kreißsäalen und vorzugsweise einer Beleghebamme.

Werde ich das können? Momentan sieht es nicht danach aus.
Im Gegenteil, momentan sieht es sogar so als als müsste ich demnächst anfangen mir eine Hebamme zu suchen bevor ich überhaupt schwanger bin, also quasi schon in der Planungsphase.
Und wenn ich dann ganz viel Glück habe, kriege ich noch eine, weil ich nicht auf dem Land sondern in Berlin wohne.

Dann ist da auch noch die Frage ob man zueinander passt. Eine Hebamme ist ja nun nicht gerade ein Mensch dem man irgendetwas vorenthalten sollte. Im Gegenteil, sie lernt mich in hormonellen Extremsituationen und im privaten Umfeld kennen. Anders als die/der Gyn, bei der man zur Untersuchung vorbeigeht, eine Stunde im Wartezimmer und 10 Minuten im Sprechzimmer sitzt (und 3 Minuten auf der Toilette um trotz gigantischem Bauch in einen Becher zu pinkeln). Es gibt natürlich auch ganz herausragende Frauenärzte die sich liebevoll um ihre Patienten bemühen und wirklich gute Geburtsvorsorge und Geburtshilfe leisten. Aber in der Regel sind es Hebammen die diesen Part der Gesellschaftsfortbestandshilfe übernehmen.

Ich möchte übrigens auch die vorgeburtlichen Untersuchungen vollständig von einer Hebamme machen lassen. Ich gehe nicht gern zu Ärzten, nur wenn es sein muss. Aber meiner Ansicht nach muss es in der Schwangerschaft eben nicht sein. Es sei denn die Hebamme sagt etwas anderes.
Ich finde es toll, dass es für Frauen(*) die das anders sehen, Möglichkeiten gibt. Von der Krankenhausgeburt mit/ohne Kaiserschnitt, mit/ohne PDA, mit/ohne sonstwas, mit/ohne Beleghebamme über die Geburtshaus-Geburt bis hin zur Hausgeburt sollen Schwangere, Gebärende und postpartale Personen wählen können. Ja, das mag nicht so kosteneffizient sein wie hochtechnisierte Entbindungen in Kreißsäalen mit der kuscheligen Atmosphäre einer Legehennenfabrik. Es ist aber das was in einem sozialdemokratischen System angemessen wäre.

Ärzte und Krankenhäuser, das heißt für mich: Krankheit. Und wenn ich ein Kind bekomme dann ist das keine Krankheit, die ich loswerden möchte. Es ist ein Wunder, ein Geschenk. Und eine Hebamme meiner Wahl ist die Person die mich beim Auspacken des Geschenkes begleiten sollte. Im Geburtshaus oder zu Hause.
Meine Mutter meinte neulich zu mir, es habe dem Noob ja aber nicht geschadet im Krankenhaus und unter unschönen Umständen geboren worden zu sein. Stimmt. Dem Noob hat das (soweit sichtbar) nicht geschadet. Aber mir.

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Autor: Zesyra

Writes about Community Management, Gender, Gaming, Cats, Babies and Stuff.

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