Eure Kinder sind nicht hetero

…und cis sind sie auch nicht

Ein Rant über heteronormative Erziehung im „angeborenen“ Geschlecht.

„So ein kleiner Charmeur, dem werden aber die Mädels in Scharen hinterherlaufen.“

„Na, vielleicht ja auch die Jungs“, sage ich und nehme noch einen Schluck Kaffee. Entsetzen in den Augen, aber nur kurz. „Ja, ja… das wäre natürlich auch in Ordnung.“ beeilst du dich zu sagen und sorgenvoll streift dein Blick über dieses Kind, das du geboren hast.

 

Im Ernst: Ich kann es nicht mehr haben. Diese Pseudotoleranz. Dieses „es ist okay, wenn ANDERE so sind“. Eure Kinder sind potentiell auch „so“.

Eure Kinder sind homo-, bi(+)- und asexuell. Sie sind polyamurös. Sie sind trans, sie sind nonbinary. Und so vieles mehr.

Das sagt euch alles nichts? Googelt. Und nehmt die verdammten Scheuklappen ab.

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Warum ich gegen Abtreibung bin…

Bitte nehmt euch die Zeit den ganzen Artikel zu lesen.
Ich bin mir bewusst, dass das ein streitbares und emotionsgeladenes Thema ist.
Abtreibungen sind durch das aktuelle Zeitgeschehen ein bedauerlicherweise schon wieder aktuelles Thema.

…aber für das Recht abzutreiben

Ich bin, so ganz grundsätzlich, überhaupt nicht begeistert von Abtreibungen.

Wer Sex haben will, bei dem ein potentiell fruchterzeugender Penis in unmittelbare Nähe einer Vagina mit ebenso potentiell fruchtempfangendem Uterus kommt, di*er sollte sich meines Erachtens im Klaren darüber sein, dass auch 99,99% Schutz immer noch heißt, dass in 0,01% der Fälle eben doch etwas passiert. Und das was da passiert kann auch eine Schwangerschaft sein. Wer das nicht akzeptieren kann, der ist meiner Meinung nach eben auch nicht bereit für diese Art von Geschlechtsverkehr.

Es ist ja nun nicht so als ob es nicht genügend andere Sexualpraktiken gäbe die zu ebenso großer Befriedigung und sexueller Erfüllung führen könnten. Wer als Mensch mit Vulvina und Uterus unbedingt die vaginale Penetration braucht, aber garantiert kein Kind möchte, der möge sich doch bitte mit einem Dildo, Vibrator, Gurke, Möhre, Finger, Zunge,… was immer gefällt begnügen. Übrigens: gleichgenitaler Sex ist 100% babysicher (und macht eine ganze Menge Spaß).

Was ich wirklich nicht mehr hören kann, ist das Argument der Selbstbestimmung im Kontext mit Abtreibung. Die Selbstbestimmung fängt für meine Begriffe bereits lange vor der Empfängnis an. Nämlich in dem Moment, in dem Penis mit Sperma auf Vulvina mit Uterus trifft (eigentlich noch davor). Kein Bock auf Kinder? Woanders ejakulieren. Anders kopulieren. Ich halte diese Grundannahme zu „richtigem“ Sex würde vaginale Penetration (mit Penis) dazu gehören, sowieso für eine zutiefst heteronormative Annahme, die vor allem aus patriarchalem Machtgehabe entspringt. Macht euch davon frei.

Es gibt Fälle, in denen ich eine Abtreibung nachvollziehen kann. Nicht gutheißen. Aber nachvollziehen. Kommt das Kind z.B. auf Grundlage einer Vergewaltigung zustande, kann ich verstehen, wenn die Entscheidung gegen das Kind fällt. In dem Fall war da keine Wahl. Eine vergewaltigte Person konnte sich nicht gegen diese Form von Spermakontakt entscheiden.

Ich habe inzwischen von vielen Menschen gelesen, warum sie sich für eine Abtreibung entschieden haben. Nachvollziehen konnte ich das in fast allen Fällen nicht. Kein Geld, schwierige Situation, passt gerade nicht,…sind für mich keine guten Argumente für eine Abtreibung

Für mich beginnt Leben, schützenswertes Leben in dem Moment in dem die Schwangerschaft beginnt. Das ist durch meinen Glauben bedingt, aber vor allem durch meine persönliche Erfahrung mit Schwangerschaften und (Fehl-)Geburten.

Nun kommt das große, das riesige ABER.

Aber: das ist meine Meinung. Andere Menschen sehen das anders und das ist okay.

Ich muss zu Menschen, die Abtreibung befürworten keinen Kontakt halten, ich muss sie nicht in meinen Freundeskreis lassen. Sollte eine*r meine*r Freund*innen sich jemals für eine Abtreibung entscheiden, wird für mich sicher auch eine Entscheidung fällig. Nämlich ob ich zu ihr*m stehe oder zu meinen Prinzipien. Vermutlich würde ich, wie bei so vielen Dingen irgendwo dazwischen stehen. Mensch muss ja nicht jede Entscheidung seiner*ihrer Freund*innen mögen. Ich fühle mich im Spannungsfeld meiner Widersprüche ganz wohl.

Und ich bin ganz eindeutig für das Recht eines jeden Menschen ein eigenes Urteil zu finden und zu fällen. Ich bin dagegen, Abtreibungen unter Strafe zu stellen. Das führt höchstens zu vielen unsauberen Eingriffen, schlimmstenfalls zu toten Eltern und Neugeborenen.

Eine Grenze habe ich aber auch da. Würde um das Leben des Babys gekämpft, wenn es zu früh auf die Welt käme, dann ist es in meinen Augen zu spät für eine Abtreibung. Sieht die Gesetzesgebung allerdings anders. Der ‚medizinisch induzierte Spätabort‘ ist aber ein ganz eigenes Thema, auf das ich hier nicht eingehen möchte. Da bin ich (momentan?) zu emotional für eine rationale Erläuterung meiner Gedanken.

  • Es ist wichtig, dass jede*r Mensch eine gut informierte Entscheidung treffen kann.
  • Es ist wichtig, dass nicht von allen Seiten der Gesellschaft dazu geraten wird, das Kind (nicht) zu bekommen, sondern beraten wird im Sinne einer gesundheitlichen Aufklärung wie sie vor medizinischen Eingriffen oder Medikamentengaben angebracht ist (Menschen die, wie ich, persönliche Vorbehalte gegen Abtreibungen haben sind dafür also nicht qualifiziert wenn sie nicht ausnehmend gut differenzieren können)
  • Es ist wichtig, dass eine solche Entscheidung keine Frage des Geldes ist (das heißt zum Beispiel, dass Verhütung auch keine Frage des Geldes sein darf).
  • Es ist wichtig, dass schon an den Schulen und schon vor der durchschnittlichen Zeugungsfähigkeit ein umfassender Sexualkundeunterricht durchgeführt wird.
  • Es ist ebenso wichtig, dass niemand glaubt sich das Recht herausnehmen zu können, für den austragenden Menschen zu entscheiden. Egal ob dafür oder dagegen.

So lange Schwangerschaft an einen Uterus gekoppelt ist und an einen Körper in dem sich eben dieser befindet, so lange muss das Entscheidungsrecht ausschließlich bei der Person liegen, der eben dieser Körper gehört. Denn der Körper (und oft auch die Psyche) verändern sich unter Schwangerschaft und Geburt – teilweise immens. Wer ein Kind austrägt wird es eventuell auch hinterher stillen, wird möglicherweise eine Zeitlang nicht erwerbstätig sein, finanzielle Verluste (langfristig sowie kurzfristig) erleiden (zumindest im deutschen System) und ein Leben lang Elter sein. Deshalb muss das Recht abzutreiben bei der schwangeren Person liegen. Und für dieses Recht würde ich jederzeit auf die Straße gehen.

Wie steht ihr zum Thema Abtreibung? Hat sich eure Meinung im Laufe der Zeit gewandelt? Erzählt doch mal!

#12von12 im Februar 2017

Chaos, Besuch und Regenbögen.

Heute kurz und knapp das #12von12 von gestern, mehr wie immer bei Draußen nur Kännchen.
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Wochenende in Bildern 28./29.01.2017

Was, wer bist Du denn? Ich bin der Sartograph und blogge hier regelmäßig. Für diejenigen, die jetzt misstrauisch und zweifelnd die Beiträge durchsuchen, ein kleiner Hinweis: Auch zwei Jahre sind ein regelmäßiger Abstand.
Schuld daran ist meine Frau. Also daran, dass ich jetzt hier blogge, nicht an den zwei Jahren dazwischen. Bisher konnte ich mich immer mit Ausreden wie „zuwenig Zeit“, „aber die Wäsche“ oder „noch ein Kaffee?“ erfolgreich davor drücken. Weiterlesen „Wochenende in Bildern 28./29.01.2017“

Liebster, Schneeballschlacht!

J. hat mir den Liebster Award zugespielt (wer J. noch nicht aus meinen letzten Blogposts kennt: Das ist die wundervolle Frau hinter dem „unangespiesst“ Blog). Und mich in außerordentlich nette Gesellschaft gestellt.

Julie von nithiel hat auch schon geantwortet, ihre Antworten könnt ihr hier lesen.

Ansonsten warte ich noch gespannt auf die Antworten meiner Mitnominierten MamaNatur & Florian.

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#12von12 im Januar ’17

Willkommen zum ersten #12von12 im neuen Jahr. Im Dezember gab’s auf Grund von Besuch kein 12von12 aber ich versuche es dieses Jahr nicht weiter einreißen zu lassen.

Mehr gibt’s wie immer bei Draußen nur Kännchen.

Heute sind mir die folgenden #12von12s schon im Gedächtnis geblieben, darum spreche ich an dieser Stelle mal ne Leseempfehlung aus.

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Kleinkinder richtig bestrafen

Ich zeige euch im Folgenden wie ihr die drei häufigsten Bockigkeiten von Kleinkindern richtig bestraft ohne euch strafbar zu machen, also packt den Gürtel wieder in die Gürtelschlaufen, setzt euch hin und lest.

In § 1631 (2) BGB steht „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“.

Was also tun, wenn die kleinen Tyrannen mal wieder versuchen uns Eltern zu drangsalieren, ihren Dickkopf durchzusetzen und sich weigern vernünftige, logisch denkende und empathisch handelnde Wesen zu sein?

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